Antennenvermessung am Effelsberg-Teleskop

Das Radioteleskop auf dem Effelsberg (Ahrgebirge) zählt mit einem Durchmesser von 100 m zu den beiden größten beweglichen Radioteleskopen der Welt. Der Reflektor lässt sich horizontal um 360° drehen und um fast 90° kippen. Dazu müssen 3.200 Tonnen Stahl auf einem Schienenkranz mit 64 m Durchmesser bewegt werden. Die Verformungen der Stahlkonstruktion werden dabei durch elektronische Nachsteuerung kompensiert, so dass die Abweichung des Reflektors von der idealen Parabolform nur maximal 0,5 mm beträgt.
Mit einer Fläche von 7.850 m² kann die Antenne auch schwache elektromagnetische Strahlung im Bereich der Radiowellen (Wellenlängen von 3,5 mm bis 900 mm) verarbeiten. Die Empfangssysteme hierzu befinden sich in einer Einheit, die auf Stützbeinen im Brennpunkt des Reflektors angeordnet ist. Dort hängt auch ein Umlenkspiegel (Subreflektor) mit einem Durchmesser von 6,5 m, der die Strahlung auf weitere Empfangssysteme im Scheitelpunkt des Reflektors fokussiert.
Um die Genauigkeit der Beobachtungen vor allem im Bereich der hohen Frequenzen zu erhöhen, wurde nun ein neuer Subreflektor montiert. Während die Abweichung der Oberfläche zu einem idealen, elliptischen Reflektor beim alten Subreflektor noch einen RMS - Wert von 800 µm aufwies, sollte der Neue einen RMS - Wert von 100 µm erreichen.
Die Justierung und vermessungstechnische Kontrolle der knapp 100 motorgesteuerten Einzelpaneele des neuen Subreflektors übernahm die GDV Systems GmbH. Eingesetzt wurde das mobile 3D-Koordinatenmesssystem V-STARS (GSI).
Weitere Antennenvermessungen haben aufgrund der extrem hohen Mobilität des V-STARS Systems nicht nur im gemäßigten Klima Europas, sondern auch auf schneebedeckten Bergen und in der chilenischen Atacama-Wüste stattgefunden.